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Biographie - Ingemar Johansson
Entscheidende Runden |
Ingemar Johansson |
Ingemar Johansson
Copress-Verlag, München
1959
Ein Europäer Weltmeister im Schwergewicht! Nach dem Deutschen Max Schmeling hatte das nur noch der Italiener Carnera fertiggebracht. Der Schwede Ingemar Johansson brach den Bann durch seinen Sieg über Floyd Patterson.
Johansson dürfte eine der eigenwilligsten Persönlichkeiten sein, die es je im Boxsport gegeben hat. Er verabscheut es, nach dem üblichen Schema in "publicitiy" zu machen. Oft provoziert er geradezu die öffentliche Meinung und läßt keine Gelegenheit aus, Leute zu brüskieren. Was steckt hinter dieser Haltung? Warum verdirbt sich der Schwede so bewußt eine Menge Sympathien? Sein Buch gibt eine klare Antwort auf diese Fragen.
Johansson besitzt einen eiskalten Verstand. Wenn er es für nötig hält, im Ring den Passiven, Abwartenden zu spielen, führt er seinen Plan auch durch. Es kümmert ihn nicht im geringsten, wenn ihm das den Ruf der Feigheit einträgt. Er attackiert Ringrichter und Publikum, ohne die Folgen zu fürchten. Mit einer Leistung, mit einer großartigen, überwältigenden Leistung fegt er dann unvermutet jeden Haß und jede Kritik unter den Tisch. Dieser Mann zwingt die Boxwelt, ihn anzuerkennen, auch wenn sie ihn nicht liebt.
Wer Johanssons Buch aufmerksam liest, wird dennoch hinter aller Sachlichkeit und offen zur Schau getragenen Kälte das Herz eines Menschen schlagen spüren. Da gibt es plötzlich die Mutter, eine Frau oder Freunde, die er liebt. Da gibt es eine überraschende Empfindlichkeit, eine Stelle, an der man auch den starken Mann verwunden kann.
Ingemar Johansson ist ganz gewiß eine faszinierende Erscheinung. Und faszinierend ist sein Buch, das zu gleicher Zeit in Schweden und anderen europäischen Ländern einen riesigen Leserkreis gefunden hat. Auch das deutsche Publikum sollte die Begegnung mit Schwedens "Weltmeister aller Klassen" nicht versäumen.
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