http://www.ac-einigkeit.de

Athleten-Club Einigkeit Elmshorn von 1893 e.V.

Vereinslogo

AC Einigkeit Boxring

Der Boxsport  -  Geschichte
Lebensläufe

  Startseite
  Nachrichten
  - Die blaue Ecke
  - Ringgeflüster
  Sportkalender
  Der Verein
  - Wir über uns
  - Training
  - Kontakt
  - Boxer + Erfolge
  - Mitgliedsbeitrag
  - Regelwerk
  - Vereinschronik
  Der Boxsport
  Seitenübersicht
  Suchen + finden
  Über diese Seite
zurück ]

     Leonhard Mandlar

Leonhard Mandlar
Leonhard Mandlar * 08.04.1892 + 19.03.1965


Abschrift aus: Deutsches Box-Jahrbuch 1924

Leonhard Mandlar

Der Vorsitzende des Deutschen Reichsverbandes für Amateur-Boxen, Leonhard Mandlar, wurde am 8. April 1892 zu Berlin geboren. Seine erste sportliche Betätigung begann er im 18. Lebensjahre, und zwar mit dem damals so populären Rollschuhsport. Wenngleich er in diesem Sport recht gute Erfolge zu verzeichnen hatte, so lagen wohl seine besonderen Fähigkeiten schon damals vorwiegend auf organisatorischem Gebiete, was daraus hervorgehen mag, daß er bereits mit 19 Jahren als Delegierter zu den Sitzungen des seinerzeit bestehenden Rollschuhverbandes entsandt wurde. Im Jahre 1912 bestand bei ihm die Absicht, eine Zentral-Rollschuhsport-Vereinigung zu Groß-Berlin ins Leben zu rufen mit dem Zweck, dem damaligen Verbot des Polizeipräsidenten v. Jagow, wonach der Rollschuhsport auf den Straßen Berlins nicht mehr ausgeführt werden durfte, geschlossen entgegenzutreten. Aus den geführten Verhandlungen heraus entstand jedoch nicht diese Rollschuhsport-Vereinigung, sondern vielmehr die bestbekannte Sportvereinigung "Astoria", die am 10. Juni 1912 unter dem Vorsitz Mandlars gegründet wurde. Nahezu 11 Jahre lang ist Mandlar als Vorsitzender dieser Vereinigung tätig gewesen. Unter seiner Führung war es der Vereinigung möglich, in der Leichtathletik sowohl als auch im Fußball und Boxen gute Erfolge zu erringen. Mandlar wirkte gleichzeitig im Meldeausschuß des V.B.A.B., wo er später als Obmann des Ausschusses der kleinen Vereine tätig war. Auch als Soldat ruhte sein reger Sportgeist nicht, und so gründete er während des Krieges im Elsaß eine Fußball-Abteilung.

Nach Kriegsschluß erfolgte dann am 12. Mai 1919 die Gründung des Berliner Boxverbandes. Wenn auch Mandlar im Vorstand zunächst nicht tätig war, so arbeitete er als Außenstehender doch mit Fleiß, an der Propagierung des Amateur-Boxsportes. Die schon vor dem Kriege in der Sportvereinigung "Astoria" gesammelten Kenntnisse und Erfahrungen konnte er hier bestens verwerten. Sein Ziel war jedoch höher gesteckt, und vor allen Dingen lebte in ihm der Gedanke, daß es für die gesunde Entwicklung des Amateur-Boxsportes unumgänglich sei, alle Boxsport treibenden Vereine und Landesverbände in einem Reichsverband als oberste Behörde zusammenzufassen. Auf einem von Mandlar nach Berlin einberufenen Kongreß wurde dann am 5. Dezember 1920 gelegentlich der Deutschen Meisterschaften der Deutsche Reichsverband für Amateur-Boxen gegründet, dessen Vorsitz Mandlar seitdem mit großem Erfolg führt. Möge seine bewundernswerte Arbeitsfreude dem Verbande noch lange erhalten bleiben.


Leonhard Mandlar
Leonhard Mandlar * 08.04.1892 + 19.03.1965


Abschrift aus: Programmheft der 43. Deutschen Meisterschaften im Amateurboxen 1965

Nachruf

Leonhard Mandlar

Vor wenigen Wochen beim Kongreß des Deutschen Amateurbox-Verbandes in Freiburg verlieh er noch in seiner ihm eigenen und forschen Art fünf verdienten Männern des Amateurboxsportes die Verdienstnadel in Gold, die höchste Auszeichnung des DABV, die er selbst 1959 als erster erhalten hatte. Beim ihm glaubte man, daß er vom Altern verschont sei. Und doch wurde er am 19. März plötzlich und unerwartet abberufen.

Eines ist sicher: Der deutsche Amateurboxsport verlor mit Leonhard Mandlar , den seine Freunde Leoma nannten, einen seiner verdienstvollsten und bis ins hohe Alter aktivsten Streiter und einen Freund.

Am 8. April wäre Leonhard Mandlar 73 Jahre alt geworden.

Als Gründer des Deutschen Amateurboxverbandes stand er seit 1920 immer in der ersten Linie, war Vorsitzender von 1920 bis 1925, um dann als Sportwart bis 1933 zu amtieren. Berlin verlor in ihm den langjährigen Vorsitzenden von 1920 bis 1928 und von 1948 bis 1958 und den Ehrenvorsitzenden. Lange Jahre war er Exekutivmitglied des Internationalen Verbandes (AIBA), Ehrenmitglied vieler deutscher Landesverbände und mehrerer Nationalverbände. Seit 1953 war Leonhard Mandlar Ehrenpräsident des DABV und Vorsitzender des Ehrenausschusses. Viele Schriften und Lehrbücher haben ihn als Autor und Initiator. Er war als Organisator und Kampfrichter nicht nur Teilnehmer der Olympischen Spiele 1928 in Amsterdam, 1932 in Los Angeles und 1936 in Berlin, sondern auch Ausrichter und Organisator vieler Deutscher Meisterschaften, Länderkämpfe, Europameisterschaften und Jahrzehnte Vorsitzender seines Vereins Astoria Berlin.

An seinem 70. Geburtstag wurde Leonhard Mandlar das Bundesverdienstkreuz verliehen. Er war ein aufrechter Mann, aber nicht immer ein angenehmer Verhandlungspartner. Er wußte vom Boxsport, von der Führung eines Verbandes weitaus mehr, als andere zu lernen vermögen. Sein Tod riß eine große Lücke in das Verbandsleben des DABV.

Günter van Bel
Pressewart des DABV

Programmheft der 43. Deutschen Meisterschaften
Programmheft der 43. Deutschen Meisterschaften 1965


nach oben zum Seitenanfang

© 2000, Jens Gatzenmeier

 Stand: Oktober 2007