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Aus der Chronik des TSV Schwarzenbek
Box-Abteilung
Im Jahre 1949 wurde unter dem damaligen 2. Vorsitzenden des TSV, Gerd Jarosch, die erste Boxabteilung gegründet. Als Trainer fungierte Günther Stolz. Am 6.8.1949 wurde mit Hilfe der Boxabteilung von Hamburg-Vorwärts 93 in der damaligen "Heros-Halle" der erste große und ausverkaufte Boxabend in Schwarzenbek durchgeführt. Es kämpfte die Boxstaffel der Bahnpolizei der britischen Besatzungszone gegen Hamburg-Vorwärts 93. Aus Mangel an Trainingsmöglichkeiten löste sich die Boxstaffel bald wieder auf. Die heutige Box-Abteilung wurde dann im Juni 1962 durch den heutigen Abteilungsleiter Hans Behrendt, den damals sehr aktiven Boxer Jürgen Müller und den Ex-Studentenweltmeister Henry Girod, der als Trainer arbeitete, ins Leben gerufen. Heute zählt die Staffel rund 50 Mitglieder.
Der erste große Boxkampf fand am 15. März 1963 mit einem großen Zuschauerandrang im Hotel "Zur Rülau" statt. Eis war ein sportlich fairer Kampfabend, auf den weitere Kampfabende folgten: Am 6. April und 5. Juli mit den prominenten Ehrengästen Ex-Europameister im Schwergewicht "Bubi" Schulz und Albert Westphal, dem deutschen Ex-Meister im Schwergewicht, sowie dem Ex-Europameister am Ring, Herbert Nürnberg. Die vielen Besucher denken noch heute gerne an diese Veranstaltungen zurück.
Nach dem Tod von Trainer Henry Girod, der im September 1963 verunglückte, stand die Boxabteilung zunächst alleine da. Aber schon bald darauf kamen Ex-Europameister im Halbschwergewicht, Willi Hoepner und Arthur Bülow, Max Schmelings ehemaliger Trainer, um das harte Training mit den Schwarzenbeker Boxern wieder aufzunehmen. Diese beiden Trainer haben sehr viel zum Aufstieg der jungen Boxabteilung beigetragen. Leider dauerte es nicht lange, denn Willi Hoepner ging nach Afrika, und Arthur Bülow verstarb 1972 nach einem Schlaganfall.
Da gelang es dem Spartenleiter den ehemaligen Verbands-Trainer Hamburgs, Karl-Heinz Hesse, und den nach Schwarzenbek zugezogenen Ex-Europameister im Schwergewicht, Jürgen Blin, als Trainer für die Staffel zu gewinnen, die die Boxer eine Zeitlang betreuen konnten. Jetzt kommen regelmäßig Manfred Streeck aus Hamburg und Hermann Rehr aus Geesthacht zum Training und sorgen auch dafür, daß die Aktiven bei Boxveranstaltungen eingesetzt werden. Auch Robert Schutt aus Schwarzenbek hat sich um den Aufstieg der Staffel verdient gemacht, indem er den Boxern seit Jahren mit Rat und Tat zur Seite steht.
Unter der Trainingsleitung von Karl-Heinz Hesse konnten im Weltergewicht Peter Silex und im Mittelgewicht Dieter Herl den Hamburger Meistertitel erringen. Peter Silex gewann im darauffolgenden Jahr auch die Hamburger Meisterschaft im Halb-Mittelgewicht. Der von Arthur Bülow trainierte Hermann Rehr, jetziger Trainer der Boxstaffel, hatte während der aktiven Boxzeit mehrere beachtliche Erfolge zu verzeichnen, so konnte er in seinem 13./14. Kampf den bayerischen Vizemeister im Schwergewicht, der schon 100 Kämpfe hatte, an zwei Tagen hintereinander besiegen.
Auch mehrere Schüler und Jugendliche haben in verschiedenen Gewichtsklassen schöne Erfolge und sogar Hamburger Meistertitel errungen.
Die Box-Abteilung hat seit Februar 1977 eine Yoga-Abteilung angeschlossen. Etwa 35 Mitglieder aller Jahrgänge von 14 - 60 Jahren werden regelmäßig von dem im Yoga ausgebildeten Schwarzenbeker Eckhard Tamm betreut. Die Teilnehmer an den Yoga-Übungen kommen nicht nur aus Schwarzenbek, sondern auch aus der weiteren Umgebung in die Kleinturnhalle an der Berliner Straße.
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15.01.1967: Schneller Bus für schlagkräftige Männer - für ein größeres Foto bitte anklicken.
Jahresbericht der Box- und Yoga-Abteilung für 1978
Abteilungsleiter Hans Behrendt legte für 1978 nachstehenden Jahresbericht vor:
An mehreren Veranstaltungen außerhalb Schwarzenbeks hat die Boxabteilung des TSV teilgenommen. In der Hauptsache verstärkten wir die Box-Abteilung von Wacker 04 Hamburg mit Schülern. Jugendlichen und Junioren recht erfolgreich.
Michael Bartle erfolgreichster Kämpfer. Besonders ist zu erwähnen, daß der Schüler Michael Bartle auch seinen 25. Kampf gegen einen um ein Jahr älteren Schüler vom Boxclub Kassel gewann. Er war auch der erfolgreichste Kämpfer der Aktiven im Jahr 1978.
Die Mitgliederzahl der aktiven Boxer ist zurückgegangen. Entstanden in der Hauptsache dadurch, daß viele Mitglieder weggezogen sind. Vergrößert hat sich erheblich unsere Yoga-Gruppe der Boxabteilung.
Die Übungsstunden werden nach wie vor immer an jedem Donnerstag von 18.30 bis 20 Uhr in der Sporthalle (Gymnastikhalle) Berliner Straße durchgeführt. Zwei Jahre ist diese Gruppe bereits mit großem Erfolg tätig und findet immer mehr Anhänger.
Einen schweren Schlag erlitten wir, als am 28. Juli 1978 unser langjähriger Trainer und Ehrenmitglied des TSV, Ex-Europameister Wilhelm Hoepner, an einem unbekannten Virus plötzlich starb. Er wurde nur 55 Jahre alt. Bekanntlich war der außerordentlich erfolgreiche Sportler zwei Jahre in Afrika als Entwicklungshelfer tätig, wo er sich auch diese Krankheit zuzog.
Unser Ehrenvorsitzender Gerhard Prohl, der ehemalige Schatzmeister Jürgen Müller, der Abteilungsleiter und weitere Mitglieder gaben ihm in Hamburg das letzte Geleit. Gerhard Prohl sprach auch stellvertretend für den TSV bewegende Worte am offenen Grab.
1987 - 25 Jahre Boxabteilung im TSV Schwarzenbek von 1899 e. V.
Am 5. September feiert die Boxabteilung im TSV Schwarzenbek ihr 25jähriges Bestehen. Dem seit 1946 in der Europastadt ansässigen Glasermeister und Makler Hans Behrendt, der zwar selbst die Boxhandschuhe nicht trägt, aber dennoch schon früh seine Leidenschaft für diese Art der Körperertüchtigung entdeckte, war es mit zu verdanken, daß diese Sparte ins Leben gerufen wurde. Behrendt wurde aufgrund seines Einsatzes im Frühjahr 1987 zum Ehrenmitglied des TSV ernannt. Einen eifrigen Mitstreiter fand Hans Behrendt damals im früheren Studentenweltmeister Henry Girod. Als man feststellte, daß sich Girod in der Stadt befand, knüpfte man sofort Kontakte zu ihm. Damit war der erste Schritt getan. Jürgen Müller, seinerzeit ein bekannter Boxer, später bewährter Mitarbeiter der Abteilung, stieß hinzu. Henry Girod verunglückte im September 1963 auf tragische Weise tödlich. Da es aber sicherlich auch in seinem Sinne gewesen wäre, verfolgte man den einmal eingeschlagenen Weg trotzdem konsequent weiter.
Der erste Kampftag wurde am 15. März 1963 im Hotel "Zur Rülau" veranstaltet. Dort fanden nicht einmal alle Zuschauer Platz, die Begeisterung der Bevölkerung für den Boxsport war geweckt worden. Die Presse sprach von einem sportlich-fairen Abend, und sofort tauchte die Frage auf: "Wird Schwarzenbek Hochburg der Boxer im Heimatgebiet?"
Nahrung erhielt diese Frage, als beim nächsten Kampfabend am Ring überraschenderweise Gustav "Bubi" Scholz und der deutsche Exmeister Albert Westphal als Ehrengäste erschienen. Ihre Namen stehen noch heute im Goldenen Buch der Stadt. Viele, die damals anwesend waren, denken noch heute mit Stolz und Freude an diesen Besuch zurück. Unvergeßlich bleibt auch der Besuch von Ex-Europameister Herbert Nürnberg, der am 5. Juli 1963 nach Schwarzenbek kam. Damit nimmt die Liste der Prominenten in Verbindung mit der TSV-Boxabteilung jedoch noch immer kein Ende.
Nach dem tragischen Tod Henry Girods standen die Boxer erst einmal allein da. Schon bald jedoch wurde das Training unter der Leitung von Willi Hoepner und Arthur Bülow, dem ehemaligen Trainer von Max Schmeling, wieder aufgenommen. Arthur Bülow mußte nach einem Schlaganfall seine Tätigkeit aufgeben, doch noch als 84jähriger hatte er aktiv auf dem Turnboden gestanden, um seine reichhaltige Erfahrung zu vermitteln. Bülow hatte in erster Linie die Betreuung von Hermann Rehr übernommen, einem vielversprechenden Boxtalent, das sich in Schwarzenbek ebenfalls verdient machte.
Willi Hoepner hatte schon vorher den Trainingsbetrieb in Schwarzenbek aufgegeben, denn er nahm seinerzeit Boxtalente aus Afrika unter seine Fittiche, blieb jedoch Ehrenmitglied der Box-Abteilung des TSV Schwarzenbek. Die Teilnahme an den Kämpfen zum 10. Geburtstag der Abteilung am 20. Oktober 1972 im Fette-Festsaal in Schwarzenbek ließ er sich allerdings nicht nehmen. Willi Hoepner verstarb infolge einer tückischen Krankheit am 28. Juli 1978.
Zum Andenken an ihn stiftete seine Gattin einen Wanderpokal, der als "Wilhelm-Gedächtnispokal" jedes Jahr an den Kämpfer übergeben wird, der im Jahr die meisten Siege errungen hat. Auf Arthur Bülow und Willi Hoepner folgte mit Jürgen Blin, dem Ex-Europameister im Schwergewicht, ein weiterer großer Name dieses Fachs als Trainer der Boxabteilung, der die Staffel noch erheblich stärker werden ließ. Seine vorrangige Aufgabe ist das Heranführen des Nachwuchses an höhere Aufgaben. Zusammen mit Hermann Rehr übt er jetzt den Trainerposten bei der Boxabteilung des TSV Schwarzenbek aus.
Insbesondere auf diesem Gebiet hat sich in der jüngeren Vergangenheit einiges getan: Mit Michael Bartle verfügt der TSV Schwarzenbek über einen deutschen Vizemeister der Junioren im Weltergewicht, der auch schlagkräftigere Gegner aufgrund seiner ausgefeilteren Technik in ihre Grenzen verweisen kann. Sein großer Erfolg, der durch viel Training und Fleiß zustande kam, und nicht zuletzt Hermann Rehr, der sich letzter Schüler von Arthur Bülow nennen darf, zu verdanken ist.
Zu den großen Wettkämpfen, die seitdem in Schwarzenbek stattfanden, gehört unter anderem der Wettkampf am 1.12.84, als die Auswahl Norddeutschland gegen Norditalien antrat, das Jugend- und Junioren-Länder-Pokalturnier im November 1985, an dem 48 Deutsche Meister aus der ganzen Bundesrepublik teilnahmen und ein Wettkampf mit 111 Boxern im August 1986 in Gülzow, deren Erlös der Muskelschwundhilfe zugute kam. Schirmherr war übrigens Regisseur Jürgen Roland.
Die Boxabteilung des TSV Schwarzenbek bemüht sich seit 1962, junge Menschen auf sportlichem Wege in der Kunst der Selbstverteidigung zu schulen. Auf gute Kameradschaft und Achtung des anderen legt man hier besonderen Wert. Auf dem Foto sehen Sie die erfolgreichen Schwarzenbeker Boxer Manfred Hoffmann (li.), Hamburger Meister im Halb-Mittelgewicht und Michael Bartle, Hamburger- und mehrfacher Norddeutscher Meister im Halb-Weltergewicht.
Manfred Hoffmann (li.), Hamburger Meister im Halb-Mittelgewicht und Michael Bartle, Hamburger- und mehrfacher Norddeutscher Meister im Halb-Weltergewicht.
Peter Silex mit Trainer Karl Hesse und dem Spartenleiter für Boxen, Hans Behrendt, bei der Eintragung in das "Goldene Buch" der Stadt Schwarzenbek.
Die Gründer der TSV Boxsport-Abteilung - für ein größeres Foto bitte anklicken.
(Abschriften aus verschiedenen Veröffentlichungen des TSV Schwarzenbek)
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