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Chronik des Schleswig-Holsteinischen Amateurboxverbandes

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Abschrift aus: Der dabv und seine Landesverbände im WM-Jahr 1982, Herausgegeben vom Deutschen Amateur-Box-Verband e.V., Kassel, 1982:
Chronik des Schleswig-Holsteinischen Amateurboxverbandes von Holger Schück
Gleich nach dem Ersten Weltkrieg wurden in Schleswig-Holstein die ersten Boxsportvereine gegründet. So riefen beispielsweise 1921 begeisterte Anhänger in Neumünster bei Gut-Heil eine Staffel ins Leben. 1925 wurden die ersten Schleswig-Holsteinischen Meisterschaften ausgetragen.
Der Schleswig-Holsteinische Amateurboxverband (SHABV) wurde am 3. Mai 1947 in der Gaststätte "Friesenhof" in Kiel-Gaarden gegründet. Es war erstmalig für den norddeutschen Bereich (zuvor Regierungsprovinzen Schleswig-Holstein, Lübeck und Mecklenburg), daß sich der Aufbau eines selbständigen Amateurboxverbandes vollzog.
In der Gründerzeit kam ein großer Flüchtlingsstrom aus dem Osten nach Schleswig-Holstein, so daß sich auch auf dem flachen Lande hervorragende Boxer, unter anderem aus Königsberg, Danzig, Stettin und Breslau, eine neue Existenz aufbauen wollten. Das führte zur Gründung von einer Vielzahl von Vereinen innerhalb des neugegründeten Verbandes; die Höchstzahl war 51.
Wegen der prekären wirtschaftlichen Verhältnisse nach der Währungsreform wanderte ein Großteil der Flüchtlinge nach Westdeutschland ab, weil dort ein größeres Angebot an Arbeitsplätzen bestand. Viele Vereine mußten deshalb ihre Boxabteilungen schließen. Die Zahl der Mitgliedsvereine im Verband pendelte sich um die 20 ein, von denen heute noch 18 aktiv sind.
Der Bauunternehmer Arthur Ernst (FSV Borussia Kiel) leitete in den ersten Jahren den Verband. Die weiteren 1. Vorsitzenden: Polizeibeamter Friedrich Grabner (MTSV Olympia Neumünster), Kripo-Beamter Kurt Bräuer (ABC Flensburg), Schneidermeister Willi Ebel (VfB Lübeck). Der jetzt amtierende DABV-Präsident Siegfried Kordts (Olympia Neumünster) war von 1963 bis 1977 Vorsitzender des SHABV. Bis 1980 führte den Verband LBS-Gebietsdirektor Ingo Petersen (Buntekuh Lübeck). Seit dem Verbandstag 1980 ist der praktische Arzt und langjährige Verbandsarzt Dr. Otto Schoof (TS Kaltenkirchen) 1. Vorsitzender des SHABV.
Als Verbandssportwarte waren erfolgreich: Willi Bobsien (Kiel), Richard Sommerfeld (Kiel), Jupp Prompter (Kaltenkirchen). Seit Herbst 1975 amtiert als SHABV-Sportwart Lothar Schwandt (Kiel).
Als langjähriger Schriftführer des Verbandes erwarb sich Spk. Lehmann (Kiel) große Verdienste. Otto Thomsen (Rendsburg) diente dem Amateurboxsport lange Jahre als Schatzmeister des SHABV.
Als erfolgreiche Jugendwarte der 35jährigen Verbandsgeschichte sind Charly Landgraf (Rendsburg/Kiel) und der lange Jahre amtierende Henry Bohm (Travemünde), der auch Ehrenmitglied des Verbandes war, zu nennen. Langjähriger Kampfrichterobmann war Heinz Herzig (Itzehoe).
Ehrenmitglieder des SHABV sind heute Friedrich Grabner (Neumünster), Fritz Gärtner (Neumünster), Heinz Herzig (Itzehoe), Siegfried Kordts (Warnau), Otto
Thomsen (Rendsburg) und Karl Heß (Flensburg).
Als Trainer machten sich über die Grenzen des Verbandes hinaus einen Namen:
Ernst Herzhauser (Nordische Eiche), Herbert Rautenberg (ABC Flensburg), Karl Heß (ABC Flensburg) - zugleich langjähriger Verbandstrainer und Angehöriger des DABV-Lehrkörpers - Rene Boyard (Frisia Husum/Friedrichstadt) - zugleich mehrfach international eingesetzter Kampfrichter - Hannes Behmer (Gut-Heil Neumünster), Willi Bormann (Borussia Kiel), Willi Schmidt (Holstein-Boxring) - auch Landestrainer -, die Gebrüder Baumgart (Fortuna Glückstadt), Fritz Gärtner (Olympia Neumünster), Bruno Scharping (VfB Lübeck), Hans Schlage (Möllner SV), Artur Benda (Kiel), Fritz Wiese (Borussia Kiel), Herbert Meinke (Polizei-SV Kiel), Karl-Heinz Brücher (BC 59 Travemünde), Lothar Schwandt (PSV Eutin/Flensburg), Winfried Priess (Borussia Kiel/TuS Gaarden) - heute auch Landestrainer und Lehrwart - und Erwin Pophal (Sparta Flensburg).
Folgende Deutsche Seniorenmeister stellte der SHABV: 1948, Fliegen: Brandt (Lübeck); 1949, Leicht: Einfeld (Kiel), 1939 Deutscher Jugendmeister; 1965, Feder: Labinschus (Travemünde); 1967, Halbwelter: Voss (Travemünde); 1969, Halbwelter: Voss (Travemünde); 1971, Welter: Scheibner (Eutin/Kaltenkirchen); 1973, Halbwelter: Voss (Travemünde); 1974, Halbmittel: Sixt (Kaltenkirchen); 1975, Welter: Sixt (Kaltenkirchen).
Deutsche Juniorenmeister wurden: 1952 im Welter Ziegler jun. (Kiel) und im Schwer Matthießen l (Neumünster); 1958 im Halbschwer Kauffmann (Kiel) und im Schwer Matthießen II (Neumünster); 1960 im Feder Abend (Kiel), 1961 im Bantam Labinschus (Travemünde) und im Feder Abend (Kiel); 1963 im Halbschwer Matzeit (Eutin); 1965 im Mittel Hoffmann (Kiel); 1981 im Welter Rix (Lübeck) und im Halbschwer Kossendey (Plön).
Deutsche Jugendmeister stellte der SHABV dreimal: 1973 im Halbmittel Uhrhammer (Kaltenkirchen) sowie 1981 im Halbschwer Bohnhof (Travemünde) und im Schwer Honhold (Travemünde).
Kämpfer des Verbandes nahmen auch erfolgreich an den Deutschen Polizeimeisterschaften teil. Die Titelträger: 1949: Paul (Kiel), 1. Zonen-Polizeimeister im Halbschwer; Deutscher Polizeimeister: 1951/52/53: Arndt (Lübeck) im Feder bzw. Leicht; 1952: Schimpf (Glückstadt) im Leicht und Benda (Kiel) im Halbschwer; 1967/69: Labinschus (Travemünde) im Leicht; 1967: Schumacher (Eutin) im Halbmittel; 1971: Labinschus (Travemünde) im Feder; 1974: Sixt (Kaltenkirchen) im Halbmittel; 1978: Schrödel (Kaltenkirchen) im Halbschwer, der 1976 internationaler englischer Polizeimeister war.
Achtmal richtete der SHABV Veranstaltungen für den DABV aus. 1957 und 1971 wurden in Kiel die Deutschen Amateurboxmeisterschaften für Senioren und 1962 (Kiel) und 1974 (Lübeck) die Deutschen Juniorenmeisterschaften durchgeführt. 1962 fand in Neumünster ein DABV-Turnier statt. Drei Länderkämpfe wurden nach dem Kriege im nördlichsten Bundesland ausgetragen: DABV - Irland in Kiel (1956), DABV - Österreich in Neumünster (1963) und DABV - Polen in Kiel (1967).
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