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EN vom 30.06.1960: Auto mit Insasse in die Krückau gerollt Lebensretter sprang nach
In der Ausgabe der "Elmshorner Nachrichten" vom Donnerstag, den 30. Juni 1960, befindet sich ein Artikel über Gustav Schwenk.
Beginn der Abschrift
Auto mit Insasse in die Krückau gerollt
Lebensretter sprang nach
Elmshorn. Seinem früheren Chef das Leben gerettet hat gestern abend der Vorsitzende des Stadtjugendringes, Gustav Schwenck. In vollem "Sonntagsstaat" - er wollte gerade zu einer abendlichen Veranstaltung gehen - sprang er in die Hochwasser führende Krückau. Dort sank langsam der 68jährige Stadtbaurat i.R. Hans Schmidt vom Uferkamp mit seinem DKW-Personenwagen auf den Grund des Flusses. Beim Anfahren vom Parkplatz der "Alten Mühle" hatte Hans Schmidt offenbar die Gänge verwechselt und rollte rückwärts in die Hochwasser führende Krückau.
Schiffsschmiedelehrling Wolfgang Rehm (17) aus der Blücherstraße, der gerade im Stadt-Jugendheim war, sah vom Fenster aus, wie der Stadtbaurat mit seinem fast neuen Auto über die Uferböschung fuhr und in die Krückau stürzte. Als er das Auto auf dem Fluß treiben sah, rief er um Hilfe. Von diesem Hilferuf alarmiert, eilte der Stadtjugendringvorsitzende Gustav Schwenck, der gerade das Heim verließ, zum Unfallort.
Während der Schiffsschmiedelehrling Wolfgang Rehm sich ebenfalls sofort an der Rettungsaktion beteiligte, wagte Gustav Schwenck das fast Aussichtslose. Er sprang in die Krückau und schwamm an das sich langsam mit Wasser füllende Auto. Wie ein Floß vor sich herschiebend, trieb der geübte Schwimmer, der bereits vor einigen Jahren an der Ostsee ein Menschenleben dem nassen Tod entrissen hatte, das Auto in die Nähe der Uferböschung. Dort befestigte Lehrling Wolfgang Rehm, selbst im Wasser stehend, den Wagen mit einer Kette, die er mit seinen Fäusten eisern festhielt, um das Auto am Abtreiben zu hindern.
Gustav Schwenck gab dem im Auto eingeschlossenen Baurat Zeichen, sich äußerst ruhig zu verhalten, während das Wasser immer höher im Wageninneren anstieg. Als dem Stadtbaurat das Wasser bereits bis zur Kinnspitze stand, öffneten beide Retter die Wagentür und zogen Hans Schmidt, der sieben Jahre lang Vorgesetzter von Gustav Schwenck war, aus dem Auto. Sicher brachten die Lebensretter den 68jährigen an Land. In der "Alten Mühle" wurde der völlig durchnäßte Mann mit einem heißen Rum gestärkt.
Von einem Kranwagen wurde später das Unfallfahrzeug aus der Krückau gefischt.
"Paps, du bist wohl nicht ganz dicht, mit den guten Sachen ins Wasser zu springen, du hättest dich ja wenigstens ausziehen können", sagte Frau Schwenck, als die Rettung geglückt war. - "Schimpf nicht, mein Deern! Hier geht es um Menschenleben und nicht um gute Sachen!" erwiderte trocken der schwer erkältete Retter.
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| Gustav Schwenk erklärt dem Polizeibeamten den Unfall. |
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| Der versunkene DKW wird aus der Krückau gezogen. |
Ende der Abschrift
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